RSS Feed

Der mysteriöse Brief an Carla Arnim

Nun denn, dann werde ich den Schritt wohl tun müssen: Ich werde den Brief veröffentlichen. Ein paar Anmerkungen dazu:

Lieber Dan, Neurodermitis ist für mich kein Grund, seine Kinder zu verlassen und sich nicht einmal für sie zu interessieren. Die Kinder sind im Brief erwähnt, die Tochter sogar namentlich - leider konnte ich genau den Namen nicht so richtig entziffern. Er ist entweder Feiss oder Fliss. Würde mich interessieren, wie man zu so einem Namen kommt.

Lieber Wolf, der Brief erreichte mich zu einer äusserst ungünstigen Zeit. Ich habe aus verschiedenen Gründen nur ganz kurz Internetanschluss, habe aber für Sie und die vielen Mitspieler den Brief abgeschrieben (hoffentlich halten sich die Tippfehler, die mir in der Eile passiert sind, in Grenzen) - für ein Hochladen auf Foren reicht die Zeit erst am Dienstag. Wenn das zu lange dauert, darf der Briefinhalt gerne kopiert und von einem der Mitspieler in die Foren hochgeladen werden (ich werde am Dienstag auch ein Foto nachliefern).

An alle deutschen MitleserInnen: Wir Schweizer kennen kein scharfes Ess. Ich bin wirklich in Eile und habe mir diesen Schnörkel gespart ... was für Sie etwas befremdend wirken kann.

Jetzt aber zum Brief.

Berlin, 2. August 1980
Liebe C.
Ich habe Deinen Brief zur Kenntnis genommen. Die Kontosperrung werde ich nicht aufheben lassen, schliesslich trage ich als Dein Ehemann auch die Verantwortung für Dein Tun, und ich kann nicht zulassen, dass Du so viel Geld zum Fenster hinauswirfst. Da ich von der Klinikleitung erfahren musste, dass sich Dein Zustand eher verschlechtert als gebessert hat, sehe ich mich in meiner Entscheidung noch bestärkt.
Jedoch denke ich, es wäre das beste, wenn Du nach Berlin kommst und Dich hier weiterbehandeln lässt. Ich habe bereits alles in die Wege geleitet, und wenn ich von meiner Konzertreise durch die Vereinigten Staaten zurückkomme, hole ich Dich ab. Im Interesse Deiner Kinder, möchte ich dich ausserdem bitten, keine weiteren Gespräche mit Journalisten oder anderen Aussenstehenden zu führen. Du hast schon genügend angerichtet. Junior leidet sehr unter der Situation. Zwar fragst Du nie nach ihr, aber Feiss (Fliss? Anmerkung: sehr schwierig zu lesen), die ja anders als Junior nicht allzuviel von Deinem persönlichen Verhalten mitbekommt, hat sich zu einem entzückenden und hochintelligenten Kind entwickelt.
Im Alter von zweieinhalb Jahren zeigt sie bereits ein erstaunlich musikalisches Gehör. Erst kürzlich nahm ich ihr eine Musikkassette mit ihrer Lieblingssonate von Mozart auf, damit sie sie anhören kann, während ich auf Reisen bin. Wäre es nicht schön, wenn sie eine Mutter hätte, die sich für sie interessiert? Du solltest über all das einmal in Ruhe nachdenken. Ich melde mich.
Frederik

5 Kommentare:

Spiegelwelt - SP13G31VV31T said...

Hi, wer ist denn äh Carla Arnim? und wer ist Dan und was für mitspieler und ist der brief mit Maschine geschrieben oder schon am Computer oder handschlriftlich und was soll das eigentlich alles?
Gibts da noch ein wenig hintergrundinfo damit man den Zusammenhang verstehen kann?

Anonymous said...

Carla Arnim ist die ehemalige Leiterin des Auktionshauses Mannheimer-Arnim. Ihr Mann ist der weltberühmte Pianist Frederik Arnim. Sie war im Jahre 1978 Patientin im Benjamin Franklin Krankenhaus in Berlin wegen Gürtelrose. In der Woche der Behandlung wurde sie von ihrer Tochter Felicitas getrennt, die auf der Kinderstation untergebracht wurde. Als Carla ihre Tochter zurückerhielt, stellte sie mit Entsetzen fest, dass es nicht ihre Tochter war. Das Krankenhauspersonal und die Ärzte versicherten ihr, dass es keine Verwechslung gab, aber Carla ließ sich nicht beruhigen. Das Kind, das ab diesem Zeitpunkt ihres war, erkrankte schwer an dem Hutchinson-Gilford-Syndrom und ist im Jahre 1991 verstorben. Bis heute sucht Carla nach ihrer verschwundenen Tochter, sie hat nie an ihrer ursprünglichen Vermutung gezweifelt. Die Nachforschungen verdichten sich im Moment, dass eine Amerikanerin mit Namen Lucy Keller irgendwie in das Geschehen verwickelt ist und möglicherweise wichtige Informationen dazu geben kann, wer wirklich hinter dem Verschwinden von Felicitas Arnim steckt ....

Gruß,
sample

P. S.: http://66letters.net

Peter said...

Ich vermute hier mal eine sehr gut aufgemachte Werbekampagne für einen Krimi ;-) bin mal gespannt wann das Buch in den Regalen steht?

http://www.krimiblog.de/3449/ein-mysterioser-brief.html

Peter said...

Zoë Beck
Das alte Kind
Thriller

;-)

Zappadong said...

@Anonym: Das klingt ja total spannend. Da muss ich jetzt - wo ich ein wenig mehr Zeit habe - tatsächlich mal all den Links folgen.