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Ich will zur Armee

Weil. Dann darf ich die Waffe mit nach Hause nehmen. Zwar ohne Munition, aber mal ehrlich, das ist das kleinste Problem. Aber ein Problem habe ich trotzdem. Wenn die Killerspiele erst einmal verboten sind, dann habe ich vielleicht gar keine Lust mehr darauf, würggli einmal so richtig zu schiessen.

Und jetzt mal einen Zacken ernsthafter ...

... ähm, sorry, geht nicht. Bei diesem Thema hüpft mich der Zynismus von hinten an, hält mir die Knarre ins Genick und lässt mich Sachen tippen, die eine wohlerzogene Dame niemals tippen würde. Bevor ich jetzt die Schwimmweste anziehe und im Schlauchboot in Richtung Jonschwil paddle, wo mich der Lärm taub machen und der Regen ersäufen wird, noch ein paar letzte Worte: Killerspiele verbieten ist einfach. Da kann man ausser ein paar Zockern und Jugendliche niemanden vergraueln. Bei der Waffenlobby und den senkrechten Schweizern ist das ein bisschen schwieriger. Ich glaub, am End wähle ich dann tatsächlich doch die Jusos.

UPDATE: Sind wieder da, Sohnemann und ich. Es gibt eine Schmerzgrenze. Bei uns liegt die bei flächendeckend 20 cm hohem Pfluderschlamm schon beim Anstehen. Wenn einem dann noch vor Dreck starrende Hartgesottene geschlagen entgegentaumeln, ist es sinnvoll, die weisse Fahne zu hissen und den Rückzug anzutreten. Mit Wehmut in der Brust. Aber trotzdem. GRMPF!

4 Kommentare:

Chat Atkins said...

Daraufhin geh' ich jetzt erstmal ein paar Orks schnetzeln ...

Mia said...

Nur nochmal so zur Nachfrage, ob ich das auch richtig verstanden habe:

Corina Eichenberger (FDP/AG) warf den Initianten vor, die Milizarmee «bewusst diskreditieren zu wollen.»

Jakob Büchler (CVP/SG): Es sei unverantwortlich, die Ausbildung von Jungschützen an der Waffe zu behindern.

Toni Bortoluzzi (SVP/ZH): «entwürdigt den waffentragenden Soldaten»

Aber sonst alles in Ordnung bei den Damen und Herren im NR...?

Echte Waffen machen aus den Menschen niemals nie Killer, aber Killerspiele schon? Interessante Logik...

Zappadong said...

Ich glaube, Mia, wir haben das schon richtig verstanden:

Killerspiele = böse = Anleitung, Aufruf und Beweggrund zum richtigen Töten.

Armeewaffen: Ohne sie ist der Schweizer kein Schweizer. Entwürdigt und in seiner Ehre beschnitten. Und: Jeder Schweizer kann verantwortungsbewusst mit der Waffe umgehen!

(Einwurf von Frau Zappadong: Den Zockern traut man dasselbe dann in Bezug auf ihre Spiele absolut nicht zu.)

Nimmt mich jetzt nur noch wunder, womit die Killerspieler töten. Ich nehme nîcht an, mit der Schutzhülle ihres Spiels.

Ich glaube aber, es ist alles in Ordnung bei den Damen und Herren im Nationalrat. Sie haben getan, was sie meistens getan haben. Irgendwelche potenten Interessengruppen vertreten, denen man besser nicht auf die Füsse tritt, auf Kosten von einer Gruppe Jugendlicher, deren Hobby es ist, Computergames zu spielen.

Gestern im Tagi, ein Kurzinterview mit dem Vater, der beide Kinder verloren hat, weil der Schwiegersohn sie mit seiner Armeewaffe erschossen hat. Sinngemäss: "Nein, ich verfolge die Debatte nicht, ich habe den Glauben in unsere Politik verloren."

Titus said...

Die Munition ist wirklich das geringste Problem: Beim Obli-Schiessen verlangen Sie einfach zehn Probe-Schüsse (für welche man zahlen muss). Wieviele sie davon dann tatsächlich ins Magazin abfüllen und brauchen (oder eben in den Hosensack verschwinden lassen), prüft keiner nach...

Ansonsten sehe ich das Problem nicht hinter der «Angst» seitens der Bürgerlichen. Die Initative lässt einige Optionen offen («regelt das Gesetz», also das bürgerlich dominierte Parlament).

Hier gibt's übrigens den Originaltext der Initiative nachzulesen:
http://www.admin.ch/ch/d//pore/vi/vis361t.html

Fazit: Mia hat Recht.