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Nein, danke, ich will nicht geschützt werden

(Vorsicht, zu lange geratene Einleitung. Eilige können gleich zum nächsten Abschnitt hüpfen) Da komme ich zurück aus den Bergen, und zwar jenen, in denen den Einheimischen die Touristen irgendwie am Arsch vorbeigehen (wie sonst soll ich die mehrheitlich geschlossenen Beizen interpretieren), die Landschaft dafür wunderschön ist. Und eigentlich wollte ich ja an den Arsch der Welt. Also alles in Ordnung. Solange noch in jedem Dorf mehr als ein (Dorf)Brunnen steht, werde ich nicht verdursten, auch wenn die Beizen zu sind.

Aber ... ich wollte Ihnen eigentlich etwas anderes erzählen. Also: Ich komme zurück aus den Bergen und stelle fest, dass mich die Leute in der Berner Verwaltung schützen wollen. Nicht etwa, weil ich etwas Besonderes wäre oder etwas Besonderes geleistet hätte. Nein, einfach, weil ich eine Frau bin. Ist das nicht herzig? Als ob ich einem Deppen nicht selber mein Handtäschchen (oder den Rucksack) um den Grind hauen könnte, sollte es denn nötig werden.

Nun denn, so bin ich in Zukunft nicht mehr Mütterchen Zappadong, sondern das Elter Zappadong. Ich hör meinen Nachwuchs schon durchs Haus Brüllen: "Elter, Elter, wann gibt's was zu essen?" Weil ein Fussgängerstreifen nur von Männern überquert werden darf (der Fussgänger!!!), halte ich mich in Zukunft an den Zebrastreifen. Und wenn ich nun die Sprache meines Bergtals lernen will (um zu fragen, warum alle Beizen geschlossen sind), dann muss ich einen Einstiegskurs besuchen und nicht mehr einen Anfängerkurs.

So, ich steige hier dann mal aus. Greif mir mein Handtäschchen und suche das Verfasser von das Sprachleitfaden.

(gefunden bei Bugsierer)

7 Kommentare:

Bobby California said...

Guten Tag Frau Zappadong

Sie sollten nicht alles, was der Bugsierer so schreibt, für bare Münze nehmen. Die Tatsachen sehen wie folgt aus:

- In meinem Blog finden Sie einen Link, der zur Webseite führt, wo Sie den Sprachleitfaden herunterladen können. Ich empfehle Ihnen sehr, das zu machen.

- Noch besser wäre es gewesen, wenn Sie den Sprachleitfaden VOR dem Schreiben Ihres Posts studiert hätten. Dann wäre Ihnen nämlich (wie Bobby California) aufgefallen, dass das Wort «Elter» im Sprachleitfaden nirgendwo auftaucht. Es wird dort vorgeschlagen, das geschlechtsneutrale Wort «Elternteil» zu verwenden. «Elter» ist nur ein Produkt der überhitzten Macho-Fantasie des Bugsierers. Mit anderen Worten: Bugsierer lügt.

- «Beim Sprechen, Schreiben oder bei der Bildwahl sollen beide Geschlechter angesprochen werden»: So erklärt die Fachstelle für Gleichstellung den Sinn des neuen Sprachleitfadens. Es erstaunt mich, dass Sie als Frau das offenbar nicht ästimieren.

- Es geht ja nicht darum, den Kindern Vorschriften zu machen. Der Sprachleitfaden ist nur für die Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung geschrieben worden.

- Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Bugsierer bei jeder sich bietenden Gelegenheit seiner Verachtung für Frauen Ausdruck gibt. Vor diesem Hintergrund ist Bugsierers Post zu verstehen. Bobby California hingegen verachtet die Frauen nicht – er liebt sie. Deshalb bin ich für die Gleichstellung der Geschlechter und gegen Sexismen aller Art.

Zappadong said...

Lieber Bobby California

Ich muss auch vor Bugsierer nicht geschützt werden :-). Weil: Erstens habe ich ihn ziemlich gut kennengelernt in den letzten paar Jährchen, zweitens habe ich auch mit ihm schon so meine Meinungsverschiedenheiten ausgetragen und drittens schätze ich ihn gerade wegen erstens und zweitens sehr.

Weil ich denke, dass auch Bugsierer nicht vor Ihnen geschützt werden muss, überlasse ich es ihm, auf das schnoddrige "Bugsierer lügt" zu antworten. Weise aber darauf hin, dass das Wort "Elter" a) existiert (http://de.wikipedia.org/wiki/Elter) und b)Bugsierer das Wort den Printmedien entnommen hat, also der Schreibe jener, die Sie so vehement verteidigen (http://www.blick.ch/news/schweiz/weder-vater-noch-mutter-beamte-sollen-kuenftig-das-elter-sagen-148276)

Zur Gleichberechtigung. Ich bin bekennene Emanze. Aber gleichzeitig liebe ich die Sprache. Und was der Sprache hier angetan wird, ist schon ziemlich gewaltätig. Im Übrigen halte ich mehr von gelebter Gleichberechtigung als von geschriebener. Darüber schreiben kann jeder Dödel, in jeder noch so dödeligen Sprache - sie auch zu praktizieren, ist etwas ganz anderes. Das hat Frau Emanze Zappadong in den letzten paar Jahrzehnten hautnah erlebt und erfahren. (Auf Müsterchen verzichte ich hier gerne - hätte allerdings einige zu erzählen.)

Und ein Letztes: Sie können MICH in diesem Blog nennen, wie Sie wollen, aber sehen Sie bitte davon ab hier im Zappadong-Gebäude über andere Blogger zu lästern (im Wort Blogger sind die Bloggerinnen mitgemeint, das nur zur Information). Das habe ich im Fall gar nicht gern. Tragen Sie Ihre Sträusschen mit Herrn ugugu und Herrn Bugsierer dort aus, wo sie hingehören: Direkt bei und mit den Gemeinten. Herzlichen Dank im Voraus.

Zappadong said...

PS: uiuiui - Korrektur: bekennenDe gewaltTätig. Den Rest kann jeder selber korrigieren.

Bobby California said...

Frau Zappadong: Ich trage meine Kritik genau da vor, wo sie hingehört: Bei Ihnen, Frau Zappadong. Mein Kommentar bezog sich nicht auf Ugugu, sondern auf den Zappadong-Blog. Denn Sie haben die Falschmeldung vom Bugsierer ungeprüft weiter verbreitet.

Frau Zappadong: Warum beziehen Sie sich in Ihrer Replik nicht auf den Inhalt meines Kommentars? Warum berichtigen Sie die Falschmeldung nicht, die Sie verbreitet haben? Frau Zappadong: Müssen sich Blogger nicht an die Fakten halten?

Das sind die Fragen, um die es hier geht.

Stattdessen gehen Sie nach sattsam bekanntem Muster zum Gegenangriff über. Sie bezichtigen mich persönlicher Angriffe. Dabei habe ich Ugugu überhaupt nicht erwähnt. Und wenn ich sage, dass der Bugsierer frauenfeindliches Zeug am Laufmeter schreibt, ist es nicht «gelästert», sondern eine Tatsache (Bsp: das Wort Apparatschickse in seinem Blog. Schickse ist ein sexistisches Schimpfwort, by the way). Wenn Sie frauenfeindliche Schreibe gut finden, à la bonne heure.

Ich habe übrigens nie den Blick «vehement verteidigt», wie kommen Sie denn auf diese Idee? Diese Unterstellung ist noch ein Beispiel, das zeigt, wie ungenau Sie es mit der Wahrheit nehmen.

Ich habe nie behauptet, das Wort «Elter» existiere nicht. Ich sage nur: Im Berner Leitfaden steht es, anders als Sie das im Schlepptau des Bugsierers suggerieren, nicht.

Jetzt ists aber höchste Zeit, Ihre Falschmeldung zu korrigieren. Oder haben Blogger das nicht nötig?

Zappadong said...

Guten Morgen, Bobby California

Die Falschmeldung haben Sie bereits zwei Mal - ausführlich - korrigiert.

So, wie kürzlich David von der Substanz eine Aussage von mir in einer Rolle von Blogkommentaren korrigiert hat (es ging um das Strafrecht). Und ich anderswo andere Kommentare von anderen Blogger berichtigend kommentiert habe.

Das ist das Wesen von - funktionierenden - Blogs. Es darf sehr gerne korrigierend eingegriffen werden. (Früher gab es einmal eine Frau Müller, die das auf brillante Weise getan hat; ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die sie vermisst.) Im Falle des Sprachleitfadens haben Sie das getan, samt Hinweis auf Ihren Blog - und leider einem Schwall an Unfreundlichkeiten an Bugsierers Adresse. Mit Nachschub im letzten Kommentar. Hinweis: Auch bei Bugsierer gibt es ein Kommentarfeld. Da können Sie sich über die "Apparatschickse" bei ihm beschweren.

Für all jene, die es genau nachlesen wollen, uns sich persönlich versichern möchten, dass das Wort "Elter" tatsächlich und wirklich nicht vorkommt:

www.bern.ch/stadtverwaltung/prd/.../sprachleitfaden_stadtbern_klein.pdf

Bobby California said...

Zappadong > Ich schliesse aus Ihren beiden Repliken, dass hier nur Kuschelkommentare erwünscht sind, keine kritische Auseinandersetzung mit dem Blog. Letzteres wird als «Unfreundlichkeit» abgetan, dann braucht man sich nicht damit auseinander zu setzen, und die schöne neue Blogwelt bleibt ungestört. Das ist mir auch recht, dann geht meinem eigenen Blog der Stoff nicht so schnell aus.

Es enttäuscht mich aber nicht wenig, dass Sie als Schriftstellerin, die vorgeben, die Sprache zu lieben, der Sprache in Ihrem Blog eine so geringe Bedeutung beimessen. Sie schreiben, die «gelebte Gleichberechtigung» sei für Sie wichtiger als die Gleichberechtigung in der Sprache. Wie wenn Sprachwissenschaftler nicht längst den Einfluss der Sprache auf unser Denken untersucht hätten. Wie wenn die Sprache eine Sphäre wäre, die mit unserem Leben überhaupt nichts zu tun hat.

Sie machen es sich auch sehr einfach, wenn Sie die Kommentarspalte kurzerhand als Ort für Korrekturen umdefinieren. Die Korrektur müssten Sie wenn schon selber erledigen, und zwar im Blog, nicht in der Kommentarspalte. Aber eben: Die Fehlerkultur ist in der Blogosphäre krass unterentwickelt, dafür gibt es auch in anderen Blogs Beispiele wie Sand am Meer.

Zappadong said...

Lieber Bobby California

Kuschelkommentare klingt nach Kuscheljusitz klingt nach SVP. Und da wird es mir jetzt grad ein bisschen anders (schwummrig).

Wenn ich Sie als Schriftstellerin enttäusche, tut mir das leid. Ich schreibe aber weiterhin so, wie ich schreiben möchte. Ich messe der Sprache durchaus eine Bedeutung zu, aber vielleicht nicht gerade die, die Ihnen in den Kram passt. Ich lese nicht französiche Literaten, sondern u.a. Kevin Brooks, Frank M. Reifenberg, Meg Rosoff usw., alles Jugendbuchautoren, zum Teil preisgekrönt. Gemeinsam ist diesen Autoren, das sie zum Teil absolut neue Wege gehen in Sachen Schreibstil und Erzählsprache. Und ich kann Ihnen sagen, ich könnte im Anfang zum Buch "Killing God" ersaufen, so schön ist diese Sprache. Und den "Landeplatz der Engel" von Reifenberg, den habe ich kürzlich herzklopfend verschlungen. Beide erwähnten Bücher sind in einer Sprache geschrieben, die mir die Haare auf den Armen aufstellt, so gewaltig fährt sie mir ein. Sprich: Schieben Sie mir nie wieder unter, ich liebe die Sprache nicht. Oder ich könnte tatsächlich ausfällig werden und Ihnen meinen Rucksack ... Sie wissen schon was.

Und obwohl (oder vielleicht weil) mich gute Sprache zu Tränen rühren kann: Ich werde hier nie schreiben: Liebe Zappadong-Besucher und liebe Zappadongbesucherinnen - allerdings kann es schon vorkommen, dass ich schreibe Liebe Zappadong-Gäste :-)

Langer Rede kurzer Sinn: Sie dürfen mir gerne vorschlagen, wie ich mein Bloghäuschen zu führen habe. Seien Sie aber bitte nicht betupft, wenn ich es dann nicht so handhabe, wie Sie es gerne hätten (Sie können Ihren Blog gestalten, wie Sie wollen und ich nehme mir die Freiheit, meinen so zu gestalten, wie ich will).

Vor allem : Hören Sie verdammt noch mal auf, mir zu unterstellen, ich liebe die Sprache nicht. Das macht mich nämlich rappelsurrig. Und zwar ziemlich heftig

Und wenn ich Sie nun sowohl als Bloggerin als auch als Schriftstellerin enttäuscht habe: Denken Sie immer daran. Man muss Bloghüttchen (in meinem Fall Bloghochhäuser ohne Lift) nicht besuchen, man tut das freiwillig. Man muss (meine) Bücher nicht lesen. Es gibt von beidem (Blogs und Büchern) jede Menge. Wenn man etwas schlecht findet, kann man sich auch einfach sagen: Nein danke.

Was nicht heisst, dass Sie hier nicht willkommen sind. Im Gegenteil.