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Hungerhaken

"Für Sie", sagt Mr Doorman und reicht mir das Telefon.
"Hallo?", trompete ich frohgemut in den Hörer.
"Annabelle hier."
Bevor die Dame vom Callcenter mehr sagen kann, trompete ich - nur leicht weniger frohgemut als vorhin: "Vergessen Sie es. Ich kaufe kein Heftchen mit Hungerhaken drin."

Da tut die Dame was, das mich beinahe dazu verleitet, ein Probeabo zu bestellen: Sie lacht schallend los.

Ich weiss gar nicht, wann das letzte Mal jemand aus einem Callcenter gelacht hat (hat überhaupt mal jemand?). Totzdem: Auch wenn ich die Dame köstlich fand, kaufte ich ihr kein Abo ab. Ich sagte ihr, sie sollen erst mal den Models anständig was zu essen geben - dann könnten wir darüber reden. Es folgte ein weiteres herzhaftes Lachen und wir verabschiedeten uns beide frohgemut.

Leider habe ich die Dame nicht nach ihrem Namen gefragt. Sie wäre für mich die Angestellte des Jahres.

Sturmer Grind, Teil III oder Vom Motelzimmer zum WEF

Okay. Zugegeben. Mr Doorman und Onkel Vladimir sind besoffen. Und ich habe den Motelzimmerkoller. Und so wissen wir nicht so recht, ob es an unseren Köpfen (= Grind) oder der Aussage des kleinen Mannes mit der grossen Nase liegt, wenn wir nicht mehr so ganz kapieren, was das genau bedeuten soll:

"Laut Bundesrat Hans-Rudolf Merz gilt es nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu den UBS-Kundendaten, die «tatsächliche Situation mit der rechtlichen Situation in Übereinstimmung zu bringen».(Quelle: NZZ)

Was wir aber trotz unserer sturmen Grinde nur zu gut begriffen haben:

Die Wirtschaftsführer, die bis vorletztes Jahr am WEF in Davos die Brust rausgereckt, laut getrommelt und die Politiker belächelt haben, während sie ihren teuren Champagner schlürften, haben sich letztes Jahr tunlichst ferngehalten und den belächelten Politikern Platz gemacht, die für sie aufräumen sollten. Weil das dummerweise nicht so einfach ist, fehlen dieses Jahr nicht nur die Wirtschaftsführer, sondern auch viele Politiker. Die haben einfach andere Sorgen. Zum Beispiel drohende Staatsbankrotte. Derweil die Wirtschaftsführer wieder Champagner saufen. (Quelle: NZZ)

Falls Sie jetzt etwas Hochprozentiges brauchen: Mr Doorman und Onkel Vladimir freuen sich über jede Art lustiger Gesellschaft. Sie finden nämlich, ich sei gerade ein ziemlicher Griesgram.


Sturmer Grind, Teil II

Es gibt nicht nur Leute mit einem sturmen Grind, es gibt auch solche mit .... na ja.

«Ich bin ein bisschen Hiroshima am Tag danach.» 

(Unser oberschter Pöschtler nach seinem freiwilligen Rücktritt. Möge er seinem Grind in den nächsten Wochen mal ein wenig Sauerstoff zuführen - vielleicht hilft es ja. Immerhin will er kein Gartenzwerg werden ...).

(Quelle: Online-Tagi)

Sturmer Grind

Wenn man eine ganze Woche dahinsiecht, kann es einem im Kopf schon mal trümmeln. Wobei. Vielleicht ist das die falsche Einleitung. Weil. Diese Woche konnte man auch einen sturmen Grind bekommen, wenn man sich ganz gesund fühlte.

Unsere allerliebste too big to fail Bank hat uns - wie sich einmal mehr gezeigt hat - so richtig schön in die Scheisse geritten. Neuste Entwicklung: Der kleine Mann mit der grossen Nase hat getäubelt und die ehemaligen Glücksritter ebendieser allerliebsten Bank je nach Quelle als "Gauner" oder "Betrüger" betitelt. Und wir haben einen Staatsvertrag mit den USA, der nicht einmal das Papier wert ist, auf dem er geschrieben ist.

(Zwischenbemerkung für jene, die für den letzten Satz im obigen Abschnitt eine Erklärung möchten: Halten wir uns an unser Gerichtsurteil, werden kaum Daten ausgeliefert und die Amerikaner schäumen vor Wut. Geben wir den Amerikanern, was sie wollen, so brechen wir unser Gesetz. So was nennt man Dilemma.)

In solchen Zeiten wird nach einer starken Regierung gerufen.

(Zwischenbemerkung: Mr Doorman und Onkel Vladimir rufen lieber nach der langbeinigen Bedienung und bestellen den ich-weiss-nicht-wievielten Drink)

Zurück zum Thema. Alle rufen. Auch der Mann mit dem Stoppelbart und der intelligenten Brille, dessen Partei vor allem dadurch auffällt, so farblos zu sein, dass man sie glatt übersehen könnte. Der Mann mit der Brille hat das gar nicht gern. Und darum ruft er jetzt besonders laut. Aber Achtung: Er will denn im Fall nicht den Empörten spielen. Das tun schon die andern, sagt er. Er findet politisches Gezänk statt Arbeit für unser Land verantwortungslos.

(Zwischenbemerkung: Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das immer jene sagen, die sich gerade total übergangen fühlen?)

Bevor der Mann mit der Brille an die Arbeit geht, geigt er aber den andern noch die Meinung. Weil. Ein bizzli Empörung darf dann schon sein. Und so empört er sich über die Panzerknacker der Nation (= Sozialdemokraten) und die konservativen Demagogen vom Albisgüetli (SVP). Was er gegen die CVP hat, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, vielleicht hat er noch nichts, weil er immer noch versucht, die Windfahnenleute besagter Partei mit einem Standpunkt in Verbindung zu bringen. Ist ja auch wurscht, es geht nur um Politik, und deshalb ist das alles halb so tragisch.

Wenn also nicht tragisch, dann muss es dramatisch sein. Weshalb der Mann mit der Brille und dem Stoppelbart zum Kampf aufruft. Die FDP müsse das Attentat der Demagogen auf das Erfolgsmodell Schweiz abwehren.

Den Rest erspare ich Ihnen. Der Mann mit der Brille hat nämlich auch noch was zu den Banken gesagt. Aber das wollen Sie gar nicht wissen.

(Quelle: NZZ)

Gedanken einer Dreiviertelkranken

Ganz krank bin ich nicht. Sonst hätten mich Onkel Vladimir und Mr Doorman zum Arzt gefahren. Für meinen Dreiviertelkrank-Zustand reiche ein Bett in einem billigen Hotel, Hauptsache gute Bar, befanden sie, steckten mich unter eine weisse Bettdecke und gingen von dannen, dem Fusel entgegen.

Und so liege ich hier und mache mir ziemlich düstere Gedanken. Zum Beispiel diese:

Andere Länder haben die Post liberalisiert. Zum Beispiel Österreich. Es laufe gut, aber man musste leider eine ganze Menge Leute entlassen. Weil das in Österreich nicht so einfach ist,  schaufelte man sie in den Verwaltungsapparat der Polizei über. Der Post in Holland geht es (fast) glänzend.  Man hat zwar seit 2000 17'000 Mitarbeiter abgebaut, aber hey, es läuft. Wie viele Leute in Schweden dran  glauben mussten, steht in meinem Artikel (NZZ am Sonntag, Wirtschaft, Seite 35) nicht. Man berichtet, die Schweden haben sich an den Gang zur Tankstelle gewöhnt, wenn sie ein Paket aufgeben wollen. Und manchmal kommt der Pöstler vorbei, das ist dann dieses Wesen aus Fleisch und Blut, das die Menschen erschreckt, weil es nicht nur sprechen, sondern auch denken kann.

In der Sonntagszeitung hat Herr Jean-Noel Rey etwas über "das Internet" und die Zukunft der Post genölt. Ich schloss aus seinen Worten, dass seine Sekretärin den Computer bedient. Wenn ich mich irre liegt das am Fieberwahn, der mich ab und an schüttelt.

Und dann gibt es da noch die Nonna aus einem Dorf in der Nähe von Zappadong-Hausen. Seit ihr Mann tot ist, geht sie ein Mal pro Monat mit allen Rechnungen zur Post. Dort trägt ihr ein netter Pöstler alles in ihr gelbes Postbüchlein ein, zählt die Beträge zusammen und sorgt dafür, dass alles seinen guten Gang geht. Wie lange so was noch möglich ist? Keine Ahnung.

Irgendwann können nur noch Leute kommunizieren, die ein Handy und einen Internetanschluss haben. Für persönliche Gespräche werden wir bezahlen müssen. Mein Tipp: Werden Sie Psychologe. Sie haben eine goldene Zukunft.

Mann, bin ich schlecht drauf. Ich zieh jetzt die Decke über den Kopf und schlafe eine Runde.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

"Ich mag Ihre Postgeschichten", sagt Mr Doorman. "Erzählen Sie doch noch einmal die von Ihrem Bruder." Kann ich machen:

Bruder Zappadong brauchte eine telefonische Auskunft der Post (weshalb, ist eine andere - (w)irre Geschichte, die ich Ihnen später erzähle) - das Internet hatte ihm Auskünfte geliefert, die er weder glauben konnte noch glauben wollte (das wäre dann eben die andere Geschichte). Also rief er an. Zuerst bei der Post in Vaduz. Die netten Pöstler in Liechtenstein begrüssten ihn freundlich, hörten ihm zu und gaben ihm dann schnell, freundlich und kompetent Auskunft.

Dann versuchte er es bei seiner zuständigen Poststelle im Zappadong-Gebiet. Es blieb beim Versuch, weil unsere Poststellen keine Telefonnummern mehr haben. Man muss eine 800-er Nummer wählen. Bruder Zappadong fand das etwas birnenweich, sagte sich aber: Auskunft ist Auskunft ist Auskunft und rief an.

Eine Maschinenstimme beschied ihm, dass er zur falschen Zeit anrufe. Also wartete er den richtigen Moment ab und telefonierte erneut. Er durfte dann wählen zwischen 1 für ...., 2 für ...., 3 für .... usw., was er auch tat. "Da sind Sie bei mir falsch", beschied ihm das Wesen aus Fleisch und Blut, das er schlussendlich in der Leitung hatte. "Wählen Sie doch ...."

Bruder Zappadong wählte nicht. Dazu muss man wissen, dass er wie alle Zappadongs mit einem harten Berglerschädel ausgerüstet ist und solchen Gugus nur bedingt mitmacht. Als Mann der Tat begab er sich höchstpersönlich zur nächsten Poststelle. Und wie das so ist auf dem Land, wo noch jeder jeden kennt, fand er sich an der Poststelle einer Bekannten gegenüber.

"Ui", sagte sie, als sie in sein Gesicht schaute. "Was hast du?"
"Zwei Dinge", schmetterte mein Bruder. "Eine Frage und eine Beschwerde. Ich beginne besser mit der Frage, denn nach der Beschwerde ist dir vielleicht nicht mehr nach einer Antwort."
Also stellte er erst seine Frage (das ist jetzt eben die andere Geshichte, für die es in dieser Geschichte hier keinen Platz hat). Er erfuhr, dass er das auf dem Internet schon richtig herausgefunden habe, und das sei eben leider so und blablaba ..., was seiner sowieso schlechten Laune nicht unbedingt gut tat. Und so legte er dann ziemlich laut mit seiner Beschwerde los.

Von wegen 800-Nummer. Unpersönlichem Nicht-Service. Nicht Erreichbarkeit. Zeitverplämpeln. Kundenunfreundlichkeit. Bei jedem Märgglikauf und Briefaufgeben müsse man sich Gratis-Katzenfutter andrehen lassen, werde gefragt, ob man ein Los kaufen möchte und auf die Vorzüge vom Postkonto aufmerksam gemacht. Lauter Zeugs, das er weder brauche noch wolle. Aber wenn er eine telefonische Auskunft brauche, könne man nicht einmal mit der zuständigen Stelle sprechen, sondern müsse mit einer Maschine vorlieb nehmen.

So was dauert eine Weile. Und so bildete sich hinter ihm eine kleinere Schlange von Leuten, die alle mithörten und mit dem Kopf nickten.
"Wir dürfen hier keine Gespräche mehr entgegennehmen", antwortete seine Bekannte. "Von wegen zu viel Zeit verschwenden."
"AHA! Aber Zeit für Katzenfutter, Lösli und Kontos habt ihr."
Die Leute in der Schlange nickten.
Die Bekannte entschuldigte sich. Er habe ja recht. Solches Zeugs komme halt von oben.

(Zwischenbemerkungen: Ab und zu kommen bei der Post Theoretiker vorbei, die mit der Stoppuhr messen, wie lange die Postarbeiter für ihre Tätigkeit brauchen und wie viele Meter sie dafür zurücklegen ... und den erstaunten Pöstlern dann mitteilten, wie sie noch effizienter arbeiten können, und wo man noch 3 Sekunden einsparen könne. Telefonieren mit den Kunden liegt bei solcher Hetze nicht drin. Man muss ja schliesslich Katzenfuttermüsterchen verteilen ...Und wenn ich schon zwischenbemerke: Die Wege der Postboten werden ebenfalls vermessen, und dann wird ausgerechnet, wie lange sie für ihre Runde haben dürfen. Die Berechnungen basieren auf guten Wetter- und Strassenzustandsbedingungen.)

Mein Bruder guckte sie an und fragte: "Und was ist, wenn die Dame / der Herr im Callcenter meine Frage nicht beantworten kann?"
"Dann rufen sie hier bei mir an. Ich antworte und sie rufen dich dann mit der Antwort zurück."
Meinem Bruder blieb die Luft weg. Während er nach Atem rang, schrieb ihm die Bekannte etwas auf einen Zettel und schob ihm das Papierchen rüber. Er guckte drauf: Eine Telefonnummer, eine richtige, keine 800-er.
"Für nächstes Mal", sagte die Bekannte
Die Leute in der Schlange grinsten. Mein Bruder schloss daraus, dass sie alle schon so einen Zettel zu Hause haben. Ich vermute, er liegt damit goldrichtig.

Die Post der Zukunft oder Die Zukunft der Post liegt in der Steinzeit

Heute Morgen hat Herr Messmer aus Arlesheim einen Blogartikel veröffentlicht, bei dessen Lesen ich Tränen gelacht habe. Der Mann hat Humor, habe ich mir gedacht ... oder er träumt besonders wild. Weil es aber um die Post ging und man da gar nichts ausschliessen kann, beschloss ich, der Sache sicherheitshalber nachzugehen (von wegen: Das Leben schreibt noch immer die irrsten Geschichten). Und siehe da. Die irre Geschichte von Herrn Messmer ist tatsächlich WAHR.

Wenn Sie ganz starke Nerven haben, können Sie sich gerne diesen Beitrag antun - es reicht aber auch, wenn Sie dem obigen Link folgen (und Herrn Messmer einfach glauben, was er schreibt).

Wenn Ihnen nicht ganz klar ist, was Herr Béglé sagen wollte, zeige ich Ihnen das anhand eines Beispiels:

Nehmen wir an, ich möchte den Blogartikel von Herrn Messmer kommentieren. Da könnte ich jetzt einfach bei ihm auf "Kommentar schreiben" klicken, eine paar Worte in mein Maschinchen tippen und "veröffentlichen" drücken - oder den Postweg nehmen. Der ginge so:

1. Ich schreibe meinen Kommentar von Hand - weil ein PC in dieser Postvariante überflüssig ist.
2. Ich packe den Brief in ein Couvert, schreibe Herrn Messmers Adresse drauf, schlecke ein Märggli ab, drücke es auf den Umschlag und trage den Brief zum nächsten Briefkasten. (Ergänzt aufgrund von Angaben von Herrn Gnoerpf)
3. Jemand von der Post leert den Briefkasten und bringt die Briefe in ein spezielles Zentrum.
4. Von dort aus ruft wahlweise eine nette Dame / ein netter Herr den Herrn Messmer an (oder schreibt ihm, das habe ich nicht so genau kapiert) und sagt: "Lieber Herr Messmer, Frau Zappadong hat einen Kommentar geschrieben. Sollen wir Ihnen den Brief schicken oder dürfen wir ihn öffnen, den Text einscannen, in ein pdf-Format umwandeln und Ihnen das Resultat unserer Arbeit elektronisch schicken."
5. Nachdem Herr Messmer fertig gelacht hat (oder sich fragt, ob er irrtümlich trotz Blog-Psychohygiene in der Irrenanstalt gelandet ist), beantwortet er die Frage. So, wie ich ihn kenne, hätte er meinen Kommentar gerne als pdf-Datei, weil er ihn sonst zu Hause einscannen (oder ABSCHREIBEN) müsste, um ihn dann bei sich im Blog zu veröffentlichen.
6. Herr Messmer hat sich also für das pfd entschieden und möchte gerne den Hörer auflegen, doch es ist ein bisschen so wie im Coop, wo man erst gefragt wird, ob man eine Supercard hat und danach gleich die Frage folgt, ob man auch die Pünggtli sammle. Im Fall der Post sind das aber nicht Pünggtli, sondern die nette Dame /der nette Herr fragt: "Sollen wir das pdf bei uns für Sie archivieren?"
7. Keine Ahnung, wieviel man für den Spezialservice noch draufzahlen wird. Ich fürchte nur, Herr Messmer kann bloggen, so viel er will, den Psychiater wird er spätestens jetzt dennoch brauchen.

On the Road mit Onkel Vladimir und Cold Chisel

Päng hat's gemacht. Onkel Vladimir ist mit einem Laster durch die hintere Wand gekracht, hat wilde russische Wörter in den Raum gebrüllt und uns in das leicht zerbeulte Fahrzeug gezogen. Wir wollten ja den kleinen Mann mit der grossen Nase mitnehmen, doch Onkel Vladimir meinte: "Nein, wollt ihr nicht!". Also haben wir ihn dortgelassen.

Und jetzt fahren wir auf Nebenwegen durch die verschneite Landschaft. Zum Glück funktioniert das Kassettenlaufwerk noch. Weil, das hier (siehe unten) ist genau das, was wir jetzt brauchen.

Ich frag ja nur

Der Titel ist geklaut. Aber uns gefällt er. Und so zitieren wir in einem unserer lichten Momente (Sie erinnern sich: Hirnwäsche und so) wieder einmal den Typen aus Arlesheim.

"Und genau dafür habe ich mir seinerzeit dieses Weblog eingerichtet, um die Fragen loszuwerden, die mich umtreiben. Ist billiger, als irgendwann mal einen Psychiater bezahlen zu müssen."

Schöner könnten Mr Doorman und ich das gar nicht sagen. Was M.M. dann in diesem Eintrag fragt, fragen wir uns auch. Trotz Hirnwäsche. So weiss können die uns gar nicht waschen, dass uns der Begriff too big to fail aus dem Hirn purzelt. Der ist darin eingebrannt wie Essensreste auf dem Kochherd.

Zum Thema too big to fail haben wir noch etwas ganz Gruseliges gefunden. Nur für Leute mit starken Nerven.

Wenn wir jemals aus dieser Hirnwäschesache rauskommen und Onkel Vladimir gefunden haben, erklären wir unseren orange gestrichenen Panikraum zur Schaltzentrale der Zappman Revolution. Vielleicht können wir auch das einzige Mitglied unserer Schoggipartei für uns gewinnen.

Aber eben. Im Moment werden wir immer noch gehirngewaschen und singen Lieder von Francine Jordi und den Mölltalern. Es wäre höchste Zeit, dass uns jemand retten kommt.

Resistent

Also. Mr Doorman und ich sind gegen diese Hirnwäscherei total resistent. So können wir zum Beispiel problemlos die Namen und Körbchengrössen der letzten 10 Miss Schweiz aufsagen und wissen, dass uns ein Herr van der Heide am Concours Eurovision de la Chanson vertreten wird. Der kleine Mann mit der grossen Nase, der seit gestern Abend auch hier ist, kommt uns bekannt vor; er scheint nett zu sein.Und singen kann er!

Dr Eugen isch an brava Maa,
das gseet manim woll aaa, woll aa.
Dr Eugen ii-iisch an brava Maa
das geseet manim woll aaa.

Finima, Finima, Fimna-nanana, Finma-nanana, Finma-nanana ...

(zum Nachsingen bitte die Melodie von "Es Purabüabli" benützen)

Wir glauben, wir bleiben noch ein Weilchen hier. Vielleicht kommt dann auch noch dieser luschtige Mensch von der Post.

Frau Zappaman und Mr Doordong

Gekidnappt und hirngewaschen

Da standen wir also an der Autobahneinfahrt irgendeiner CH-Raststätte mit grässlichen öffentlichen Toiletten und hielten die Daumen raus. Mr Doorman immer noch ganz berauscht vom Gedanken an den unermesslichen Reichtum, den uns unsere Hellseherei einbringen wird, ich darüber nachgrübelnd, ob es im Elsass irgendwo einen Geheimzugang zum Teilchenbeschleuniger gibt, und falls ja, ob Onkel Vladimir wirklich in so ein Ding eingestiegen ist und falls nochmals ja, ob ihn das Schwarze Loch schon gefressen hat. Kürzer gesagt: Mr Doorman ging es ausgezeichnet, mir nicht. Kurz danach ging es uns beiden schlecht.

Jemand schlich sich nämlich von hinten an uns heran, betäubte uns mit irgendwas ganz komisch Riechendem und schleppte uns in ein Verliess. Dort sitzen wir jetzt und unterziehen uns sehr, sehr unfreiwillig einer Gehirnwäsche. Das sei zu unserem Besten, erklärt uns einer, der eine vage Ähnlichkeit mit Reto Brennwald von der Arena hat. Gruselig, gellensie (= nicht wahr?). 



Könnte uns bitte jemand befreien kommen, bevor wir zurück im Stadium des Griesbreiessens und Brabbelns sind? Danke.

Frau Zappadong und Mr Doorman

Und wieder einmal winkt unendlicher Reichtum

Mr Doorman und ich sind aus dem schwarzen Wagen ausgestiegen (ungern, aber der Fahrer wollte nicht ins Elsass) und sitzen nun Kaffee trinkend in einer Raststätte. Neben uns liegen ein paar Heftli (Zeitschriften) des letzten Jahres, vor uns eine glänzende Zukunft. Wir haben nämlich herausgefunden, dass man sich mit Horoskopen eine goldene Nase verdienen kann. Ganz konkret haben wir dem Beobachter entnommen, dass Madame Etoile für 15 Minuten Telefonberatung CHF 145.00 garniert.

"Eine einstündige «Kurzberatung» kostet 400 Franken (zahlbar im Voraus oder bar bei der Konsultation). Richtig teuer wirds am Telefon. Wer die Sternenfrau an den Draht will, zahlt 70 Franken Basispauschale und pro 15 Minuten weitere 75 Franken. Ein 15-minütiger Blick in die Sterne kostet also 145 Franken, Fr. 9.66 pro Minute! "

Nicht übel, finden Mr Doorman und ich. Und Mike Shiva ist mit solchem Gugus so richtig reich geworden.

Nun, Mr Doorman und ich telefonieren nicht gerne. Und Konsultationen könnten bei uns in Russisch Roulette Gelage ausarten. Also beschränken wir uns vorläufig auf ein kostenloses Wochenhoroskop. So quasi als Testerchen für Sie. Wir versprechen nämlich eine 100%-ige Trefferquote. Nehmen Sie uns beim Wort ... und schielen Sie nach rechts, ganz oben, dort finden Sie unsere Weissagungen. Im Moment noch gratis (Mr Doorman hat den Begriff anfixen verwendet, aber nur ganz leise, und so, dass nur ich es hören kann - dabei hat er so richtig teuflisch gegrinst).

Unterwegs

Wir sind unterwegs ins Elsass. Irgendso ein Freak hat angehalten und mich und Mr Doorman mitgenommen. Und jetzt sitzen wir in diesem schwarzen Wagen, brausen über die Autobahn und hören Musik, mir der ich schon 1987 über die Autobahn gebraust bin - in voller Lautstärke. Ich mag Freaks. Mr Doorman auch. Sonst würde er nicht so zufrieden grinsen und den Fahrer bitten, noch einen Zacken Lautstärke zuzulegen.