RSS Feed

Heimat ist dort ...

... wo du deinen Ärger hast.

Das Zitat ist von Peter Bichsel, der gestern 75 geworden ist. Bugsierer hat ihm gratuliert ... und ihn liebevoll gewürdigt.

Umleitung - spannende Einblicke in ein Integrationskonzept

Wir haben hier schon öfters über Integration gesprochen. Heute Morgen habe ich von einem spannenden Integrationsprojekt in Deutschland gelesen, das ich Ihnen gerne vorstellen möchte. Es kommt aus Schweden und nennt sich Heros. Integrierte ausländische Jugendliche besuchen Schulklassen und reden mit den Schülern über ihren Alltag. Zum Beispiel darüber, warum Mädchen nicht auf die Klassenfahrt mitdürfen. Oder Jungs keine Nicht-Muslima lieben sollten. Und dies ohne moralischen Zeigefinger, ohne "du musst"-Zwang, sondern mit dem Ziel, (hinterfragende) Gedankenanstösse zu liefern.

Umleitung - ein paar kluge Worte zu den "Social Media"

Mr Doorman hat angerufen. Er hört bei der too big to fail Bank zwei Tage vorher auf, kassiert aber trotzdem das ganze Gehalt für zwei Wochen (= eine Million Schweizer Franken) plus anteilmässigen Bonus (= 342'976.25 CHF). Die andere grosse Schweizerbank bietet Mr Doorman einen Job, in dem er eine Million pro Woche verdient (was einer Verdoppelung entspricht), plus Bonuszahlungen in einer Höhe, die mein Tippvermögen übersteigen, zusätzlich ein nettes Willkommensgeschenk in Form eines Bündels Aktien. Irgendwie wundert es mich deshalb nicht, dass mein schmerzlich vermisster Türsteher total gut gelaunt klang.

Das aber nur am Rande. Ich möchte Sie heute zu Relax umleiten, der einen Artikel zum Thema "Social Media" verfasst hat, den ich Ihnen wärmstens ans Herz lege.

UPDATE: Relax ist gestern das System abgestürzt. Die Verlinkung oben klappt nicht. Versuchen Sie es bitte hier und lesen Sie den Eintrag: Internet, Fluch oder Segen für Eigenprofil und Freundschaft?

Mitteilung in eigener Sache

Nachdem ich heute Morgen eine Ladung Spamkommentare gelöscht habe, schalte ich für eine Weile auf einen strengeren Kommentarmodus. Ihre Kommentare erscheinen somit nicht unmittelbar nach dem Absenden, sondern werden erst mal meinem strengen Kontrollauge vorgesetzt.

Sich ins reale Leben ausklinken

Es ist kein Gerücht, dass es Menschen gibt, die sich nichts aus dem Internet machen. Ich kenne gar nicht wenige davon - und habe nie den Eindruck, dass sie wirklich etwas verpassen.

Es ist auch kein Gerücht, dass es Menschen gibt, die in der virtuellen Welt leben. Solche kenne ich auch. Und ich habe mir fest vorgenommen, nie, nie, nie zu einem solchen Menschen zu werden.

Es ist auch kein Gerücht, dass man sich aus der virtuellen Welt zurück ins reale Leben ausklinken kann. Im Gegenteil. Mir scheint, es mehre sich die Zahl jener, die das tatsächlich tun.

UPDATE: ein lesenswerter Artikel zu den "social media"

Männer vorn, Frauen hinten

Wenn ich Ihnen jetzt sagen würde, dass ab morgen auf sämtlichen Bussen in und um Zappadong-Hausen eine neue Regel gilt, gemäss der Männer vorne und Frauen hinten sitzen müssen, würden Sie denken, dass da jemand im Hirn der Frau Zappadong einen Schalter umgelegt hat oder dass sich die gute Frau eine Zeitreise in irgendeine düstere Vergangenheit gebucht hat. Was für Zappadong-Hausen jenseits aller Vorstellungskraft ist, gilt auf 63 Buslinien in Jerusalem. Ohne Reise in die Steinzeit. Hier und heute.

Das Video der Woche

Bei PvC gefunden ... 
(Bitte beim Anschauen Petras Tipp beachten: Unbedingt bis zur Hälfte durchhalten, da kommt der Hammer.)

Vom der niedlichen Akquise zum knallharten Durchgreifen

Gestern ging es an dieser Stelle im Zusammenhang mit der Auswertung der Steuerdaten-CDs um das niedliche Wort Akquise. Heute gucken wir mal, welch absolut unniedliches Verhalten hinter so einer Akquise steckt.

Die Verhaftung findet immer am Morgen vor Arbeitsbeginn statt. Entscheidend ist, dabei den Druck so gross wie möglich zu machen. Zwar werden bei der Durchsuchung fast nie Dokumente gefunden. Aber das aber hilft dem Verdächtigen nicht - im Gegenteil. Ihm wird gesagt, dass leider nichts gefunden worden sei, also bestehe Verdunklungsgefahr. Man müsse ihn nun in U-Haft nehmen. Ausser er telefoniere freundlichst seiner Bank, den Kontostand durchzufaxen.
Mit dem Fax haben die Fahnder den Beweis - selbst wenn die CD als Beweismittel abgelehnt würde. Nun machen sie Fluchtgefahr in die Schweiz geltend. Der Verdächtige solle bitte per Blitzüberweisung 20 Prozent seines Vermögens den Behörden schicken, ansonsten man ihn doch in U-Haft nehmen müsse.
Quelle: Online-TagesAnzeiger

Ganz ehrlich: Ich würde meinen Anwalt anrufen, den Anruf an die Bank unterlassen und ginge dann in den Knast. Aus Protest gegen so ein Vorgehen. Aber es scheint mir ganz so, als gewöhne man sich in Deutschland so langsam aber sicher an gar alles.

Die niedlichste Verniedlichung des Tages

Puh, ich sollte aufhören, Online-Zeitungen zu lesen ... oder vielleicht auch nicht. Denn heute ist es noch ganz witzig. Nach der dämlichsten Schlagzeile des Tages ist mir nämlich auch noch die niedlichste Verniedlichung über den Weg (resp. mein Leseauge) gelaufen.

"Außerdem sind Fahnder gut in der Akquise: Über die Bankbeschäftigten bekommen sie dann vielleicht auch noch Erkenntnisse über Kunden, die gar nicht auf der CD verzeichnet sind."
Quelle: Faz

Im Artikel geht es um die Straffverfolgung von Steuersündern. Dabei geraten auch die deutschen Bankberater dieser Kunden in das Radarfeld der Fahnder. Und die machen dann Akquise (laut Wikipedia: Als Akquise bzw. Akquisition (lat. ad quaerere, zu acquirere „erwerben“) werden alle Maßnahmen der Kundengewinnung durch persönliche Verkaufsgespräche im Rahmen des Direktverkaufs bezeichnet. ).

So kann man es also auch nennen, wenn man Bankberater ausquetscht, bis sie weitere Namen ihrer Kunden verpfeifen. Also, im Moment bin ich grad froh, dass der Zappadong Chlütter auf Schweizer Banken lagert. Legal. Was mich an Mr Doorman erinnert. Er lässt grüssen. Es fühle sich "schweinebackegut" an in zwei Wochen eine Million zu verdienen. Und die Teppiche in der too big to fail Bank seien erst noch flauscheliger als die bei uns. Also ... Pfffffft.

Die dämlichste Schlagzeile des Tages ...

... liefert meine Lokalzeitung.

"Die Fans von Killergames haben jetzt ausgeballert."

"Jetzt" ist frühestens in zwei Jahren, wenn der Bundesrat ein Gesetz vorlegen muss. Was darin stehen soll, steht - wenn ich das richtig verstehe - noch nicht so genau fest. "Ausgeballert" hat sowieso niemand, selbst wenn nach einem Gesetzesentwurf, dem wahrscheinlich ein Referendum folgen wird, irgendwann in ferner Zukunft dann tatsächlich ein Gesetz vorliegen sollte. Denn: Das Internet macht nicht an der Schweizer Grenze Halt.

Aber die Politiker dürfen sich jetzt gut fühlen. Nachdem sie sämtliche Kinder bis 12 Jahre in Kindersitze gezwängt haben, ist es ihnen nun gelungen, auch den Jugendlichen eins auszuwischen. Haben ja auch keine Lobby, gell. Und so werden statt sinnvoller Prävention und Aufklärung Verbotstafeln in die Zimmer der Kinder und Jugendlichen gestellt. Hey, das wird wirken! Glauben Sie mir.

Ein kleiner Trost für die Enttäuschten: Sie können sich weiterhin in der Tagesschau die Nahaufnahmen der Resultate der (realen) blutigen Greueltaten von (real) begangenen Verbrechen von Erwachsenen (die bestimmt keine Killergames gespielt haben) betrachten. Und wenn sie dann richtig gross und erwachsen sind, dürfen sie im Militär herumballern und ihre (reale) Waffe mit nach Hause nehmen. Sie können als Alternative zur etwas blutdrünstigen Welt auch eine Laufbahn als Investmentbanker ins Auge fassen und ganze Länder mit ihren Wetten auf fallende Kurse destabilisieren und damit den Weltfrieden gefährden. Ist total geil - und absolut legal.

Also, liebe Jugendliche: Werdet schnell erwachsen!

Auf den Punkt gebracht

"Das Vorgehen der USA ist insofern interessant, als die US-Banken derartige Auflagen, wie sie für ausländischen Banken für US-Bürger auferlegt werden, für ausländische Kontoinhaber selbst nie werden einhalten müssen."
M.M. in Arlesheim reloaded

Es gäbe dazu eine Menge zu sagen. Lohnt sich aber nicht. Ich gucke aus dem Fenster und freue mich auf eine Runde auf dem Fahrrad. Gegen Obama habe ich sowieso keine Chance. A propos Obama: Ist Ihnen schon aufgefallen, wie verbiestert der in letzter Zeit guckt? Ich denke, er schaut manchmal morgens in den Spiegel und sieht dabei direkt in das Gesicht von George W. Bush.

Martin Suter, Superstar

Die Schweizer haben Mühe mit den Erfolglosen wie mit den Erfolgreichen, weil sie weder im einen noch im anderen Fall verstehen, dass harte Arbeit geleistet wird. 
(Relax in einem Kommentar bei Thinkabout)

Martin Suter war Werber. Dann schrieb er Kolumnen, die einen Einblick in die Geschäftswelt gaben. Diese Kolumnen fielen auf, denn sie waren witzig und trotzdem hatte man immer das Gefühl, dass da eine Wirklichkeit, die man selbst nicht kennt, nur leicht verzerrt dargestellt wird. Die Aufmerksamkeit war Martin Suter sicher, ein erster (kleiner) Erfolg auch. Noch war er der Insider-Tipp. Der gutaussehende Kerl, der schreiben kann. Er schrieb weiter. Bücher.

(Zwischenbemerkung: Eins davon hat mein schreibendes Alter Ego so fasziniert, das es Eingang fand in den Roman "Starkstrom". ... Er könnte sich weiter oben eine Höhle suchen. So wie der Typ aus Die dunkle Seite des Mondes, einem Buch, das sie in der Schule gelesen haben. Nur, dass jener Irre kein Sprungbrett war, sondern einen falschen Pilz gefressen hatte und deshalb langsam durchdrehte.)

So langsam kannte man Martin Suter. Er war "unser" Schweizer Autor, auf den wir stolz waren. Doch mit jedem zusätzlichem Buch kündigte ihm die Kritikerliga die Liebe etwas mehr auf. Wahrscheinlich, weil nicht gut sein konnte, was sich gut verkaufte. Und das taten die Bücher von Suter: Sich immer besser verkaufen.

Die letzten zwei Jahre lief es für Suter beruflich total rund. Erfolgreiche Bücher, eines davon verfilmt. Ein Drehbuch hat er auch geschrieben. Für den Film Julia, den sich viele Leute begeistert angeschaut haben. Alles Faktoren, die sich gegen ihn kehrten. Der hatte ja WIRKLICH Erfolg. So richtig richtig. Kürzlich hat er vor 800 Leuten gelesen. ACHTHUNDERT! Und dann war er auch noch in jeder Zeitung und jeder Zeitschrift.

Höchste Zeit, ihm zu zeigen, wo der Bartli den Moscht holt, und ihn auf Normalgrösse zu stutzen. Plötzlich spricht alles, was für ihn gesprochen hat, gegen ihn. Sein gutes Aussehen. Seine Weltläufigkeit. Seine Produktivität. Und überhaupt, die Bücher sind ja gar nicht so gut, nicht wahr? Also, eigentlich sind die seicht. Keine richtige Literatur. Und was meint der denn, in jedem Heftli seinen Grind zu zeigen ... Der Film Julia bekam keine einzige Auszeichnung (@Thomas: bitte korrigieren, wenn ich mich irre). Das Buch "Der Koch" wird zerrissen; es ist sogar gerade grausam cool zu sagen: "Ich habe angefangen, aber weisst du, der schreibt auch nicht mehr sonderlich gut, habs weggelegt ..." Die Allercoolsten sind jetzt die, die behaupten: "Also, ich fand den schon immer grausam überschätzt."

So funktionieren wir in der Schweiz. Ich weiss nicht, wie ob und wie stark das anderswo ist. Bei uns ist das so. Um noch kurz bei den Autoren zu bleiben: Milena Moser lacht zu breit. Ist zu schön. Zu glücklich. Meint, jeder könne schreiben, und verkündet das auch noch laut. Und ja, auch sie ist in jedem Heftli. UND auf der Bestsellerliste ... Also gell ...

HIMMEL NOCH MAL! Freuen wir uns doch daran, dass wir einen Autor haben, der vor 800 Leuten liest. Der in Deutschland und der Schweiz gleichzeitig die Bestsellerliste anführt. Freuen wir uns an dieser aufgestellten Autorin, die ein wandelndes Plädoyer fürs Schreiben ist und uns dabei so herzhaft anlacht, als traue sie uns alles zu. Ganz ehrlich. Ich wäre gerne beides. So erfolgreich wie Suter und so herzhaft optimistisch wie die Moser (ersteres liegt in weiter Ferne, zweiteres ziemlich nahe).

Der Killer im Kinderzimmer

Der Nationalrat will also die Killergames verbieten. Sohn Zappadong ist nicht der Einzige, der deswegen Aggressionschübe bekommt - die übrigens nicht durch besagte Spiele, sondern durch das Verhalten der Politiker ausgelöst werden. Ich wage mal zu behautpen: Kaum einer dieser Politiker hat sich ernsthaft mit der Materie auseinandergesetzt - die um Runden komplexer ist als man denkt. Die einfache Gleichung Killergames spielen = Amokläufer werden ist etwas gar simpel gestrickt.

Die NZZ hat sich gestern mit Kindern beschäftigt, die keine Kinder mehr sein dürfen / können (ein absolut lesenswerter Artikel!) Darin ging es auch um Killerspiele:

"Killerspiele sollen generell verboten werden, obwohl sie für die überwiegende Zahl der Jugendlichen lediglich eine neue Form des Schachspiels sind und ihre moralischen Sensibilitäten auch stärken können. Betrachtet man das Aggressionspotenzial, dann müsste man auch Slapstick am Fernsehen, den Strassenverkehr und Pannen am Computer verbieten. In einem realitätsfernen Raum werden Argumente konstruiert, die keinen Zusammenhang mit der Lebenswelt der Jugendlichen haben."

Das trifft die Sache ziemlich genau auf den Punkt. An einer Tagung zum Thema Gewalt in Computerspielen beeindruckten mich die jugendlichen Podiumsteilnehmer am meisten. Sie holten mit ihrer gelassenen Art so manche Zuhörer wieder auf den Boden.

Der Kinderpsychologe Remo Largo ist zwar gegen solche Spiele, aber aus moralischen Gründen und nicht aus Gründen der Gewaltprävention.

"Videogames, in denen Menschen umgebracht werden müssen, damit man gewinnt, gehören verboten. Und zwar nicht, weil sie die Gewalt bei den Jugendlichen schüren – das ist bis jetzt nicht nachgewiesen –, sondern weil es gegen mein ethisches Empfinden und hoffentlich auch gegen das der Gesellschaft geht, dass Jugendliche sich auf diese Art unterhalten."
Dieses Argument lasse ich gelten. Aber nicht als Grund für ein Verbot, sondern für eine Diskussionsgrundlage.
Weitere Blogartikel zum Thema:  



Dampfkessel

Mr Doorman lässt grüssen. Er hat für zwei Wochen bei der UBS angeheuert, weil er dafür voraussichtlich eine Million Franken garnieren wird. Katze Zappadong schläft neben mir auf dem Schreibtisch. Sie hatte ein Angebot von fünf Millionen für drei Wochen und fand, sie bleibe lieber arm und glücklich.

Derweilen rechnen uhuara gescheite Leute in unserer wunderbar freien Martwirtschaft und Leistungsgesellschaft aus, wie lange in einer Firma das Telefon klingeln darf, bis es der Angestellte abnimmt (2 Sekunden), wie viele Telefonate einer in einer Stunde erledigen muss. Blöd, wenn er dann das 75-jährige Mütterchen am Telefon hat, das nichts kapiert und etwas länger betreut werden müsste. Dieses Mütterchen versaut ihm die Statistik und der Angestellte erfüllt seine Leistung nicht. Was ihm entweder einen Rüffel vom Chef oder eine Lohnkürzung oder beides einbringen kann. Es ist auch durchaus realistisch anzunehmen, dass nicht wenige von Ihnen gerade den Job von zwei Personen für das Gehalt von einer in der Zeit von 1.5 Personen erledigen. Hamster in ihrem Rad sind ein Klacks dagegen. Wir leben im Dampfkessel. Und er pfeift schon ganz gehörig.  

Leben Sie noch oder sind Sie schon Maschine?

Bei meinem staatlichen Lieblingsdienstleister muss man sich diese Frage bald nicht mehr stellen. Ich warte nun auf den Tag, wo man mich in eine grosse Kundenmaschine wirft, sortiert, zusammenpresst und dann ohne Briefkasten und Identität irgendwo in einen virtuellen Käfig spuckt.

UPDATE: In diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf diesen Blogeintrag von Thinkabout.

Das Zitat der Woche

Mr Doorman steht lachend an der Reception.
"Gute Laune?", frage ich.
"Das auch." Er hält mir die WOZ unter die Nase. "Aber wirklich zum Lachen bringt mich diese Zeitung."
Nun finde ich die WOZ ja gut, aber zum Lachen ... ??? Ich beginne, den Artikel über die PUK, die wir jetzt wegen des Ständeratsbüros frühstens auf den Herbst bekommen, zu lesen. Witzig finde ich ihn nicht. Eher zum in die Theke beissen. Bis ich zu dieser Stelle komme:

Wie dringend die Folgerungen einer PUK wären, macht eine Nationalrätin aus der Wirtschaftskommission klar: "Regelmässig informieren uns Philipp Hildebrand von der Nationalbank, Eugen Haltiner von der Finma und Hans-Rudolf Merz. Hildebrand warnt ständig, dass die Kosten der Krise für die Schweiz insgesamt 100 Milliarden Franken betragen und wir etwas gegen das Ausfallrisiko der Grossbanken machen müssen. Haltiner gibt den UBS-Angestellten und beruhigt, alles komme von selber gut. Und dann kommt Merz an die Reihe, und bei Merz schwatzt es einfach."

Zum ganzen Artikel geht es hier.

Kanonenfutter

Also, nicht dass ich Mitleid mit Frau Fiala hätte. Die agiert so tough und unerbittlich, dass sie schon mal den eigenen Parteimitgliedern den Austritt nahelegt, wenn sie die falsche Meinung vertreten. Aber, die Frau Fiala mit ihrer vermeintlich richtigen Meinung in die Arena zu schicken, während man genau wusste, dass die richtige Meinung halt doch die falsche Meinung war und man sich deshalb im Geheimen und ohne seinen Kollegen oder gar der Frau Fiala etwas zu verraten von der falschen richtigen Meinung zu so was wie der momentan richtigen richtigen Meinung umentschieden hat, ist dann doch starker Tobak.
"Hä?", fragt Mr Doorman.
"FDP", antworte ich und halte ihm die Zeitung hin.
Nach einer Weile lacht er schallend. "Kanonenfutter!", ruft er schadenfreudig (Er hat Frau Fiala nie besonders gemocht, obwohl er findet, sie sähe eigentlich noch ganz passabel aus). Dann kratzt er sich am Kinn. "Vielleicht sollten wir Herrn Pelli einen Rasierapparat kaufen."
Vielleicht. Vielleicht wäre aber auch Rückgrat keine schlechte Idee. Nur, wo kriegt man so was her?

PS: Ein Leserbriefschreiber unserer Zappadong-Lokalzeitung macht noch auf etwas Interessantes aufmerksam. In ihrer Abstimmungswerbung bezeichnete die FDP alle, die gegen die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen waren, als linke Diebe. Daraus folgert der Leserbriefschreiber haarscharf, dass die FDP 73 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer als Diebe betittelt. Mr Doorman und ich schliessen uns dieser Schlussfolgerung an, möchten aber darauf hinweisen, dass diese Anschuldigung nur temporär gültig war. Wie so vieles bei dieser Partei. Womit sie die CVP schon fast rechts überholt.

Das Zitat des Tages ...

... kommt mal wieder aus Arlesheim.

"Jetzt warten wir, bis die FDP noch zwei weitere Runden gedreht hat, dann geht's womöglich weiter."

Ich mag an diesem Satz das Wort womöglich am besten. Falls jemand der Partei ein nettes Geschenk machen möchte, schlage ich folgende Gegenstände vor:

- einen Kompass, damit sie sich nicht verirrt beim Runden drehen.
- eine Portion Einsicht (am besten in einer XXL-Packung)
- eine Portion Selbstkritik (da hier eine XXL-Packung noch zu klein ist, schlage ich einen Schiffscontainer voll vor).
- einen Teller (um über den Rand hinaus zu blicken)
- einen Wähler / eine Wählerin (ich spreche bewusst im Singular, da ich nicht glaube, dass der Plural hier angebracht oder gar realistisch ist)
- ein nettes "Stöckli" für den kleinen Mann mit der grossen Nase, bezugsbereit per sofort.

The morning after

In meiner Plattensammlung hat es eine Scheibe der Gruppe Bliss. Mein Lieblingssong dieses Albums heisst How does it feel the morning after? - und eigentlich geht es um Liebe und Verrat. Trotzdem dudelt der Refrain schon den ganzen Morgen durch meinen Kopf, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang  ...

"Was jaulen Sie denn da die ganze Zeit?", fragt Mr Doorman.
Jaulen? Habe ich etwa ... laut ... nicht nur im Kopf ...? Oha!
"Entschuldigung", sage ich. "Ich bin bester Laune."
"Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen", brummt Mr Doorman. "So, wie Sie klingen ..."
(So viel zu meinen Gesangskünsten).
"Doch, doch", antworte ich und halte Mr Doorman die Lokalzeitung unter die Nase:

"Wieso sollte das Volk eine Leistung erbringen, wenn es Politik und Manager, Verwaltungsräte und andere Entscheidungsorgane selbst nicht tun?"
Quelle: Printausgabe Werdenberger & Obertoggenburger, Kommentar von Armando Bianco

Mr Doorman grinst. "Dann waren Sie gestern also nicht allein?", fragt er.
"Nein. Mit mir waren 73 Prozent der Schweizer Bevölkerung."
"Tut gut, was?"
Und wie! Es gibt etwas von dem zurück, was ich verloren hatte. Vielleicht passiert jetzt endlich was. Vielleicht haben jetzt auch die grössten Dödel bemerkt, dass man das normale Fussvolk nicht unbeschränkt verarschen kann. Gucken wir mal.
"Ja", sage ich. "Im Moment tut das einfach nur gut."


Was man beim Nachtessen so alles planen kann

Zum Beispiel einen Angriff auf den Euro.

Heute Abend gibt's bei Mr Doorman und mir Raclette. Ich plane ein gemütliches Mampfen mit beiläufigem Planen eines Angriffs auf Delaware. Bis es soweit ist, freue ich mich am 93%-igen Nein der Isländer .

Und bis Herr Zappadong und ich vom Spazieren zurück sind, gibt's bestimmt erste Hochrechnungen zur Pensionskassenabstimmung. Vielleicht kann ich mich da auch freuen. Nicht gerade 93%-ig. Aber hoffentlich an einem wuchtigen Nein. Denn, wie man heute nachlesen kann, "schlucken" diese Pensionskassen, die uns an den Altersgeldbeutel wollen, pro Jahr ca. 10 Milliarden Franken.

"Unabhängige Pensionskassenexperten schätzen, dass bei den Kassen jährlich bis 10 Milliarden Franken in überrissene Honorare, Gewinne und Verwaltungskosten abfliessen und diese um die Hälfte reduziert werden könnten. Das Rentenloch von 600 Millionen wäre mehr als gestopft."
Quelle: Printausgabe der SonntagsZeitung

Damit könnte man so manchen Altersgeldseckel problem los füllen ....

UPDATE: Nicht ganz 93 % Nein zu der Pensionskassenabstimmung. Aber fast ... Und der Online-Tagi ist für einmal wirklich top, top, top  (mit einem Superservice zu den Abstimmungsresultaten)
UPDATE II: Der Kommentar hier, der bringt's für mich auf denPunkt.
UPDATE III: Wenn Sie noch ein wenig Zeit haben und nicht schon dem Link beim Journalistenschredder gefolgt sind, dann empfehle ich Ihnen den Lesetipp aus dem Kommentar von Herrn Raumsinn.

Wir kachingeln dann mal ...

Mr Doorman hat bei Ronnie Grob eine Goldgrube gefunden.
"Da kommt endlich der Chlütter rein, den wir für die Aufstockung des Schokovorrats brauchen", meint er lakonisch.
Nun, ich habe da meine Zweifel. Aber ausprobieren können wir das ja mal. Bei knapp 88 Kachinglern, verteilt um den ganzen Erdball, die meisten davon der deutschen Sprache nicht mächtig, wird das mit der Goldgrube wohl eher Wunschdenken bleiben. Jetzt sollte nur noch das mit dem "verify" klappen ....

On the road

Wieder mal mit dem Auto unterwegs gewesen heute. Und das hier mindestens eine Million Mal gehört (na ja, fast):



Und morgen wieder  ... :-)

I robot ... I car

Herr Zappadong und ich haben ein älteres Auto (weil wir nicht wollen, dass unser Auto mit uns redet). Herr Zappadong und ich haben kein GPS (weil wir nicht wollen, dass unser Auto mit uns redet).

Nun stehen wir vor neuen Herausforderungen. Und fragen uns: Wird es irgendwann noch Autos geben, die weder reden noch denken?

Wann immer möglich benutze ich aber die öffentlichen Verkehrsmittel. Da redet es auch mit mir. Was mich freut, weil ich dann weiss, wann welche Station kommt. Und manchmal rollt es mir die Zehennägel auf vor Grausen. Zum Beispiel wenn ich mit dem Regio-Turbo unterwegs bin, wo die Damenstimme ab Band jede zweite Station falsch ausspricht.