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Die Bauern und ihre Geldtröge

Ich ertappe Mr Doorman dabei, wie er in den Spiegel guckt und sich dabei die Hände gegen den Kopf drückt (an jener Stelle, an der dem Teufel die Hörner wachsen).

"ähm, was tun Sie denn, Mr Doorman?", frage ich.
"Mir überlegen, ob ich mir Hörner wachsen lassen soll."
"...?"
"Ich könnte damit Geld verdienen."
"Ja, als Attraktion im Zirkus", antworte ich.
"Nein. Einfach so."
"Einfach so?"
"Ja, einfach so!"
"Wie denn?"
"Ich schliesse mich den Bauern an und verlange einen Franken pro Tag und Kuh."
"Aha?"
"Ist ganz einfach." Er hält mir einen Zeitungsartikel hin, in dem steht, dass das Bundesamt für Landwirtschaft prüft, ob Halter von gehörnten Kühen und Ziegen finanziell unterstützt werden sollen. Bauernvertreter finden gemäss Artikel einen Franken pro Tag und Kuh (20 Rappen bei Ziegen) für angemessen.
Weil ich weiss, dass heute nicht der 1. April ist, lache ich nicht.
Ich hätte wahrscheinlich auch sonst nicht gelacht. Denn wie es der Zufall so will, habe auch ich gerade einen Artikel über den Bauernstand gelesen. Der Bauernstand will, dass die massiv verschärften Regeln in der Invalidenversicherung für Bauern nicht gelten. Dass es nicht zuletzt die "Volkspartei" mit den vielen Bauern war, die diese Verschärfung wollte, sollte hier ausdrücklich erwähnt werden.

"Vergessen Sie es", sage ich zu Mr Doorman.
"Warum?"
"Weil sie erstens kein Bauer sind. Zweitens nicht einmal Schweizer. Und drittens, weil Ihnen Hörner einfach nicht stehen würden. Glauben Sie mir."
Mr Doorman stösst einen tiefen Seufzer aus und murmelt dann: "Das Leben ist nicht fair."
Womit er ein Mal mehr recht hat.

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