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Kleines Quizz

"Haben Sie Lust auf ein kleines Quizz?", fragt Mr Doorman.
"Was kann ich denn gewinnen?", frage ich zurück.
"Nun ..." Mr Doorman grinst. "Sie dürfen wählen."
"Zwischen?"
"Einem Kaffee, einem Lachanfall und dem russischen Pass."
Klingt spannend, finde ich. Weil es zudem in diesem Land schon eine Weile nichts mehr zu lachen gab, bitte ich Mr Doorman, mir die Quizzfrage zu stellen.
"Also", holt Mr Doorman Anlauf. "Von wem ist dieses Zitat:

Wir stärken die Institutionen, indem wir die Verantwortlichen entfernen, die sie schwächen. Das war auch bei Valentin Roschacher, Erwin Beyeler oder Samuel Schmid und Roland Nef der Fall. Erstere waren für die Bundesanwaltschaft, Letztere für die Armee ein grosses Problem. Es sitzen die falschen Leute in den Institutionen.

"Viel zu einfach", sage ich. "Das ist von einem SVP-Christoph. Ich tippe auf den Mörgeli. Der ist sich für gar nichts zu blöd. Auch nicht dafür, zuzugeben, den eigenen SVP-Bundesrat aus dem Amt geschossen zu haben."
"Bingo!", ruft Mr Doorman. "Welchen Preis hätten Sie denn gerne?"
"Den russischen Pass", antworte ich. "Man kann nie wissen, wer nach dem Bankrat und dem Bundesrat als nächstes dran sein wird."

Quelle (das Zitat findet sich am Ende)

Und jetzt?

Der Hildebrand ist weg.
Der Blocher und seine wackeren Mannen sind noch da.
Mr Doorman und ich sind grad ziemlich rat- und sprachlos.
Und ich frag mich mal wieder, was aus der Schweiz geworden ist.

Darüber ist jetzt Zeit zu schweigen.

Mr Doorman starrt in die Zeitung und seufzt.
"Was?", frage ich.
"Darüber ist jetzt Zeit zu schweigen", murmelt er.
"Wir haben doch heute noch gar nicht miteinander geredet, Sie und ich", wende ich ein. "Und gestern und vorgestern auch nicht." (Amerkung: Ich war in den Bergen. Ohne Mr Doorman.)
"Ja, dafür redet jetzt ein anderer."
"Lassen Sie mich raten", sage ich. "Der Herr B."
Mr Doorman nickt und seufzt grad noch einmal. "Dabei hat er schon mehr als einmal gesagt, dass er jetzt schweigen wird." Und dann kommt es. Unvermittelt und extrem laut: "WARUM VERDAMMT NOCH MAL TUT ER ES DANN NICHT?"
Weil er nicht anders kann, als seinen Senf zu allem zu geben, denke ich. Sag's aber nicht. In meinen Ohren klingelt es immer noch.
"Hier", sage ich und reiche Mr Doorman eine Tasse seines Lieblingskaffees. Extra stark. Ohne Milch. Dafür mit drei Löffeln Zucker. Dann warte ich, bis das Zeug wirkt.
"Ist halt sein neuer Lieblingsspruch", sage ich. "Lassen Sie ihm doch die Freude."
"Schon gut", brummt Mr Doorman. "Wie war's denn in den Bergen, Frau Zappadong ..."