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5000 Nazis aber wenigstens ist aufgeräumt

"Frau Zappadong?"
"WAS???"
Erschrocken hebt Mr Doorman die Hände und tritt einen Schritt zurück. "Ich wollte nur fragen, ob es Ihnen gut geht."
"SEH ICH SO AUS???"
"Nein, eben nicht ... Deshalb ..."
"5000 Nazis, Mr Doorman. Vielleicht sogar 6000. Gleich bei uns um die Ecke."
Mr Doorman nimmt mir den Putzlappen aus der Hand. "Kommen Sie", sagt er. "Sie putzen seit vier Stunden dieselbe Stufe. Die wird nicht mehr sauberer. Lassen Sie uns einen Kaffee trinken."
"Ja, bitte. Am liebsten mit mehr Vodka als Wasser."
"Lässt sich einrichten."
Ich folge Mr Doorman zur Theke. Er bringt mir eine Tasse Kaffe und kippt einen gehörigen Schuss Hochprozentiges hinein.
"Wissen Sie, was mich echt fertig macht?", frage ich ihn.
"Mal abgesehen davon, dass so was überhaupt möglich ist?"
"Ja, mal ganz abgesehen davon, dass 5000 bis 6000 Rechtsextreme frisch fröhlich und unbehelligt in meiner Nachbarschaft feiern dürfen." Das allein ist schon schwer auszuhalten. Ich kippe den Inhalt der Tasse hinunter und deute Mr Doorman, die Tasse nachzufüllen. Kein Kaffee. Nur Vodka. "Was mich echt fertig macht ist die Polizei. Sie war da. Sie beobachtete den Anlass, stellte aber keine Probleme fest. Alles sei mustergültig organisiert gewesen, von der Einweisung der Fahrzeuge bis zum Einsammeln der Abfälle am Schluss."* Ich schlage den Kopf auf die Tischplatte. Natürlich war die Polizei überfordert, natürlich wäre die Situation eskaliert, wenn sie eingegriffen hätte, aber das kann man doch so kommunizieren, oder etwa nicht? Man redet doch nicht von mustergültig organisiert, friedlich und vom Einsammeln der Abfälle.
"Aber Frau Zappadong", wendet Mr Doorman vorsichtig ein. "Darum geht es den Schweizern doch, oder nicht? Das am Ende alles sauber aufgeräumt ist."
Ich weiss nicht, ob ich schreien oder eine weitere Tasse Kaffee ohne Kaffee trinken soll. Am Ende entscheide ich mich, die Fahne hissen zu gehen. Nein, nicht die Piratenflagge. Diese da:



 * Link zum Artikel


Alarm im Zappadonggebäude

"Frau Zappaaaadoooooooooong!"

Wenn Mr. Doorman so ruft, dann muss es dringend sein. Blöd, dass ich grad im achten Stockwerk bin. Und wir immer noch keinen Lift haben. Dafür ist im Panikraum irgendein Rohr geplatzt und jetzt steht der unter Wasser und wir können den Schokoladenvorrat nicht finden. Ist also heute nicht gerade der Tag aller Tage. Und da ist es dann auch nicht hilfreich, wenn Mr. Doorman Kommentare auf der Facebookseite der Jungen SVP liest. Nein, ich werde hier ganz bestimmt keinen dieser Kommentare zitieren oder darauf verlinken! Und nein, Sie mussen nicht nachlesen gehen - das Niveau ist derart unterirdisch, dass Sie sich ein permanentes Kopfweh holen könnten. Oder ein latentes Aggressivitätssausen. Bei Mr. Doorman äussern sich die Symptome in Form von zornroten Ohren und einem erhöhten Espresso-Konsum (erhöht bedeutet in diesem Fall gesundheitsschädigend, hart an der Grenze zu tödlich). Für unsere Leserinnen und Leser aus Deutschland: Kommentare auf der Seite der Jungen SVP lesen ist wie Kommentare auf einer AFD-Plattform zu lesen.

"Frau Zappaaaaaaaaaaaaadooooooooong!"

Das klingt nicht nur dringend, sondern ernst. Entweder werden wir vom Nachbarstaat Liechtenstein angegeriffen, der Nespresso ist alle oder Onkel Vladimir hat Mr. Doorman enterbt. Ich hetzt dann mal die acht Stockwerke runter.

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Ich (keuchend): "Mr. Doorman? Brauchen wir die weisse Fahne?"
Mr. Doorman: "ähm ... wozu?"
Ich: "Um uns zu ergeben?"
Er: "Was haben denn Sie da oben getrunken?"
Ich: "Nichts? Warum?"
Er: "Also dann frag ich anders: Was haben Sie sich denn da oben eingeworfen?"
Ich: "...." (eiskalter Blick und der Wunsch, mir wirklich etwas eingeworfen zu haben)
Er: "Schauen Sie mal!"

Mr. Doorman zeigt mit dem Finger auf die Drehtür. Die könnte eine Reinigung gebrauchen. Aber ich glaube, das meint er nicht. Da stehen nämlich ein paar Frauen draussen. Sie winken. Und sie rufen irgendwas. Ich bereue es, den Lippenleskurs im Internet zwar gebucht, aber nicht bezogen zu haben.

Ich: "Was rufen die denn da?"
Mr. Doorman: "Haben Sie den Lippenleskurs gemacht oder ich?"
Ich: "..." (roter Kopf)
Er: "Geht auch ohne Lippenlesen. Gucken Sie mal. Ich glaub, die wollen rein."
Ich: "Wir haben nicht geputzt."
Er: "..."
Ich: "Na, dann öffnen Sie mal die Tür."
Er: "Feierlich oder einfach so?"
Ich: "Einfach so reicht. Und dann gucken wir mal ..."